27. September 2021

Corona-Virus: Urlaubsmodus statt Stand-by

Ein wuzzi-kleiner-winzinger Virus hat uns alle fest im Griff – und hat mittlerweile fast die ganze Welt (die Zahlen sind erschreckend!) in den Energie-Spar-Modus gezwungen. Genannt wird der Bösewicht Corona (Covid-19) – ein viel zu hübscher Name für eine gefährliche Viren-Gang, die die Weltherrschaft an sich reißen möchte. Der angeblich denkende Homo sapiens hat (spät, aber doch) erkennen müssen, dass er dieser Bande von Winzlingen so gut wie nichts entgegen zu setzen hat, außer sich zu isolieren und das Virus auszuhungern.

Seit 16. März gelten von Amts wegen verordnete Maßnahmen, die uns genau das vorschreiben – und seit genau diesem Tag bin ich Zuhause und hatte null direkten Kontakt mit Menschen. Dank Telefon, Fernsehen und Internet für mich halb so schlimm – was aber sicher auch daran liegt, dass ich grundsätzlich ein Mensch bin, der kein Halli-Galli und viele Kontakt mit Menschen braucht, um sich wohl zu fühlen. Was ich allerdings zum Wohlfühlen brauche, ist mein Pferd. Zu dem ich aber auch nicht darf. Die Betonung liegt auf ICH brauche die Besuche – meine Stute braucht mich nicht. Die wird nämlich zum Glück in der Dressur-Akadamie P&P bestens versorgt und bespaßt. Es kratzt zwar ein wenig am Ego, wenn man sich eingesteht, dass das heißgeliebte Tier gut ohne einen zurecht kommt (solang Frauchen den Dauerauftrag nicht kündigt), aber das ist die Realität – und mit der muss ich leben.

Realität ist auch, dass sich der Alltag seit einer Woche für alle komplett verändert hat. Viele haben zwar die Wichtigkeit der Einhaltung der verhängten Maßnahmen (noch) nicht erkannt – aber das kann ich leider nicht ändern, da muss ich auf die zuständigen Instanzen vertrauen. Im Grunde fällt mir dazu nur ein: Das Corona-Virus kennt keine Grenzen – die Dummheit der Menschen auch nicht. Auch das ist eine Tatsache, mit der ich mich abfinden muss.

Schluss mit Stand-by
Ich (und viele andere) müssen sich also derzeit mit vielem abfinden, dass uns allgemein und speziell in diesem verordneten Stand-by-Modus miss- und schwer fällt. Und seit heute habe ich diesen Stand-by-Modus satt. Oder klarer formuliert: die Bezeichnung Stand-by bzw. Shutdown für die derzeitige Situation. Im Stand-by-Modus wird mir schnell langweilig – was gar nicht gut ist, weil ich dann immer saublöde Einfälle habe.

Also habe ich vom Stand-by-Modus auf Urlaubsmodus geswitcht. Urlaubsmodus bedeutet für mich, nichts zu tun und das zu genießen. Ich werde keinen Frühjahrsputz machen, ich werde meine Wohnung nicht umdekorieren oder sonst irgendetwas tun wozu ich keine Lust habe. Ich werde einfach nichts machen und mir erlauben, das auch zu genießen.

Impressionen der vergangenen Tage bei meinen Hundespaziergängen

Mir ist klar, dass diese Zeilen für viele Menschen, die gerade jetzt am Limit arbeiten, sich wie der blanke Hohn lesen müssen. Aber ich bitte um Verständnis, denn es ändert sich an eurer Situation nichts, wenn ich die kommenden Wochen depressiv und grantig hinter mich bringe.

Deshalb mein Fazit und meine Botschaft an alle, die in einer ähnlichen Situation wie der meinen sind: macht Urlaub und sammelt eure Kräfte, um am Ende dieser Krise gestärkt und motiviert (so wie das nach einem Urlaub eben ist) zu sein. Nur dann können wir – ähnlich wie die Trümmerfrauen nach dem Zweiten Weltkrieg – der Gesellschaft und der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen und allen, die jetzt für uns am Limit arbeiten, ermöglichen, sich von ihren Strapazen zu erholen und Ferien zu machen.

An dieser Stelle: Danke an alle, die zur Zeit das Werkl am Laufen halten und mir so meinen „Urlaub“ ermöglichen!

Seit 16. März 2020 darf ich nicht zu meiner Caprice – zum Glück ist sie bei Pia-Maria Jelinek im Magna Racino untergebracht, wo sie tip-top versorgt wird. Und ich täglich einen Gute-Nacht-Gruß via WhatsApp bekomme! DANKE Pia!

Fotos © by AGES | wolke13.at