21. Februar 2024

Not macht erfinderisch

Oder – wie in meinem Fall – zwingt sie, auf Altbewährtes zurückzugreifen, nämlich mal wieder ein Buch zu lesen. Die vergangenen Jahre war abends bei mir der Fernseher im Dauereinsatz. Lange Zeit vorwiegend via SAT-Anlage. Aber nach der gefühlten 1000sten Wiederholung von Harry Potter, Herr der Ringe oder James Bond boykottierte ich fortan ORF und so gut wie alle Privatsender. Dank Netflix, Amazon Prime & Co gibt’s ja Alternativen. Bis jetzt. Seit ein paar Wochen habe ich das Gefühl, auch dort alles abgegrast zu haben. Mittlerweile bin ich mehr auf der Suche nach neuen Serien oder Filmen, als ich tatsächlich fernsehe. Nervig.

Dann, als hätter er seine Chance gewittert, springt mir mein Kindle förmlich in die Hände, als ich eigentlich auf der Suche nach Batterien war. Hoppla. Stimmt, den habe ich ja auch noch. Sträflich vernachlässigt (und mit leerem Akku) lag er mit seiner von der (früheren) vielen Nutzung abgegriffenen Hülle da. Trotz leerem Akku konnte ich eine vom Kindle ausgehende vorwurfsvolle Energie spüren. Und recht hatte er. „Mal anstecken und schauen, ob er sich wiederbeleben lässt“, dachte ich. Der Wiederbelebungsversuch gelang. Somit stand meinem Lese-Revival eigentlich nichts mehr im Weg. Mussten nur noch lesenswerte Bücher her.

Zuerst stöberte ich aber mal in meinen bereits gekaufen Büchern. So auf den ersten Blick nichts dabei. Aber, was bin ich doch für ein schlaues Kind, ich stieß auf meinen vor Jahren extra angelegten Ordner „Lesenwert“. Und et voilà, da waren sie, meine Lieblingsautoren und meine Lieblingsbücher. Jedes davon so gut, dass man es durchaus mehrmals lesen kann. Ich musste gar nicht lange suchen, gleich das erste dort gelistete Buch wurde sofort angeklickt und zum Lesen bereit gemacht: Am Arsch vorbei geht auch ein Weg – Jetzt erst recht: Entspannt bleiben trotz Vollspackos und anderer Widrigkeiten. Autorin Alexandra Reinwarth, Meisterin der spitzen Feder und des Humors – falls es jemanden interessiert. Und das lese ich jetzt – zum zweiten Mal. Kindle glücklich, ich glücklich. Bleibt nur die Frage: Ob meine lieben Mitmenschen so glücklich sein werden, wenn ich das Gelesene in die Praxis umsetze? Aber: Am Arsch vorbei geht eben auch ein Weg….